Weishäupl wird als Gartenmöbelmarke gesucht, und das ist eine Verkürzung. Der Betrieb aus Stephanskirchen bei Rosenheim baut seit 1969 Möbel, aber bekannt wurde er mit einem Sonnenschirm. Der erste Klassiker entstand 1974, die ersten Gartenmöbel folgten 1977, Aluminium kam erst 2007 dazu. Wer die Marke verstehen will, fängt beim Schirm an.
Erst der Schirm, dann das Möbel
Oskar F. Weishäupl gründete den Betrieb 1969 gemeinsam mit seinem Studienfreund Bob Arnold in einer kleinen Werkstatt in Stephanskirchen. Anfangs ging es um modulare, bezahlbare Möbel. Heute arbeiten rund 70 Menschen am Standort in Oberbayern, genäht und montiert wird in den eigenen Werkstätten.
Das Unternehmen ist vollständig in Familienhand. Seit 2010 sind Tochter Stefanie Weishäupl-Ehrl und Sohn Philipp Weishäupl Alleininhaber, sie verantworten Vertrieb und Marketing beziehungsweise Entwicklung und Produktion. Der Gründer blieb in der Geschäftsführung. Anders als bei vielen Herstellern in dieser Preisklasse steht hinter der Manufaktur-Erzählung also tatsächlich noch die Familie, deren Name draufsteht.
Materialseitig ist die Reihenfolge aufschlussreich: Holz von Anfang an, Teak ab 1977, Aluminium erst dreißig Jahre später. Das erklärt, warum das Sortiment bis heute anders aussieht als bei Marken, die vom Alu-Lounge-Set her kommen.

Der Klassiker: ein Schirm, der seit 1974 gebaut wird
Der Klassiker ist das Stück, an dem sich alles andere misst: Holzgestell, Flaschenzug, Knickmechanismus, und zwar seit über fünfzig Jahren im Prinzip unverändert. Es gibt ihn in Sondergrößen, auf Wunsch mit Beschriftung, und sämtliche Einzelteile sind austauschbar.
Der letzte Punkt ist der eigentliche: Bei den meisten Weishäupl-Schirmen lässt sich die Bespannung tauschen. Ein Sonnenschirm stirbt praktisch nie am Gestell, sondern am Stoff, den UV-Strahlung nach ein paar Jahren mürbe macht. Wer die Bespannung nachkaufen kann, verlängert die Lebensdauer des ganzen Schirms um die nächste Runde – beim Baumarktschirm ist das der Moment, in dem das komplette Gerät zum Sperrmüll geht. Wie sich ein Schirm gegen andere Beschattungslösungen schlägt, ordnet der Beitrag über Markisen für den Garten ein.
Was Weishäupl kostet
Auf der Herstellerseite steht kein einziger Preis. Das ist branchenüblich für Marken, die über den Fachhandel verkaufen, für Käufer aber unpraktisch: Die Kalkulation beginnt erst beim Händler. Ein autorisierter Fachpartner führt derzeit rund 25 Positionen mit einer Spanne von 214 bis 1.934 Euro.
| Produkt | Preis |
|---|---|
| Schirmständer aus Granit | 214 bis 331 € |
| VAPIO Stuhl | ab 295 € |
| VAPIO Sessel | ab 325 € |
| Pagodenschirm | ab 535 € |
| PRATO Gartensessel mit Teak | 615 € |
| VAPIO Tisch | ab 799 € |
| Klassiker, ø 250 cm | ab 1.010 € |
| Outdoorbank Classic, 2-Sitzer | ab 1.075 € |
| Klassiker, ø 300 cm | 1.505 € |
| Freiarmschirm | ab 1.595 € |
| Klassiker, ø 350 cm | 1.630 € |
| Klassiker, ø 350 cm, Sonderfarben | 1.934 € |
Preise Stand August 2026 bei einem deutschen Fachhändler. Die aktuellen Kollektionen heißen TEVA, VAPIO, MALIHA, DENIA und MINU, dazu die Klassiker-Linie. Ein Schirmständer aus Granit für 331 Euro wirkt sportlich, bis man einen 350er Schirm bei Wind erlebt hat – beim Klassiker ist das Gewicht unter dem Schirm keine Zierde.
Reparierbar statt ersetzbar
Der Ersatzteilgedanke zieht sich durch das ganze Sortiment, und es gibt einen Marktindikator dafür, dass er funktioniert: Auf einer Plattform für gebrauchte Designmöbel standen zuletzt 66 Weishäupl-Angebote gleichzeitig. Ein Gebrauchtmarkt in dieser Größe entsteht nur bei Möbeln, die einen zweiten Besitzer überhaupt erleben.
Für die Kaufentscheidung heißt das zweierlei. Erstens verliert ein Weishäupl-Möbel nicht den kompletten Wert, sobald es ausgepackt ist. Zweitens ist der Gebrauchtmarkt selbst eine Option: Wer ein Klassiker-Gestell günstig bekommt, kauft die Bespannung neu dazu und liegt unter dem Neupreis.
Was der Hersteller nicht öffentlich ausweist, ist eine Garantie über die gesetzliche Gewährleistung hinaus. Bei einem Möbel dieser Preisklasse wäre das eine faire Erwartung, und es ist der Punkt, den Sie beim Händler ansprechen sollten, bevor Sie bestellen.
Wo Sie Weishäupl in Österreich bekommen
Der Vertrieb läuft ausschließlich über den Fachhandel, nach Herstellerangaben über mehr als 300 autorisierte Partner. In Österreich ist das Netz dünner als in Deutschland; geführt wird die Marke unter anderem bei Wohndesign Maierhofer.
Praktisch bedeutet das: Anrufen, bevor Sie hinfahren. Ein Fachhändler führt selten die komplette Kollektion, und gerade beim Schirm entscheidet sich vieles am Objekt – wie schwer sich die Kurbel dreht, wie satt der Knickmechanismus einrastet, wie der Stoff bei Gegenlicht wirkt. Wer einen 1.600-Euro-Schirm nach Katalogbild bestellt, macht es sich unnötig schwer.
Für wen sich das rechnet
Für die Terrasse, die alle paar Jahre neu eingerichtet wird, ist Weishäupl die falsche Adresse. Ein VAPIO-Tisch ab 799 Euro und vier Stühle zu je 295 Euro ergeben knapp 2.000 Euro für eine Vierer-Essgruppe – dafür gibt es bei einer Händler-Hausmarke wie Manifesto ein komplettes Lounge-Set für sechs Personen.
Den Aufpreis rechtfertigt genau eine Eigenschaft, und sie steht nicht im Prospekt: dass das Möbel in zehn Jahren noch reparierbar ist. Beim Schirm ist der Fall eindeutig, weil die Bespannung ohnehin das Verschleißteil ist. Bei Tisch und Stuhl gilt derselbe Gedanke wie bei Karasek in Wien: Sie zahlen für Verfügbarkeit von Einzelteilen, nicht für ein besseres Sitzgefühl. Und wenn Teak dabei ist, planen Sie die jährliche Pflege gleich mit ein – warum das Holz trotzdem so beliebt ist, steht im Beitrag über Gartenmöbel aus Teakholz.
Häufige Fragen zu Weishäupl
Wo werden Weishäupl Gartenmöbel hergestellt?
In Stephanskirchen bei Rosenheim in Oberbayern. Genäht und montiert wird in den eigenen Werkstätten, rund 70 Menschen arbeiten dort.
Was kostet ein Weishäupl Klassiker?
Der Klassiker beginnt bei rund 1.010 Euro für den Durchmesser von 250 Zentimetern, kostet 1.505 Euro bei 300 und 1.630 Euro bei 350 Zentimetern. Sonderfarben in der größten Ausführung liegen bei 1.934 Euro. Der passende Granit-Schirmständer kommt mit 214 bis 331 Euro dazu.
Kann man die Bespannung eines Weishäupl Schirms tauschen?
Ja, bei den meisten Modellen. Originalbespannungen sind über den Fachhandel erhältlich, beim Klassiker sind zudem sämtliche Einzelteile austauschbar. Das ist der Hauptgrund, warum diese Schirme deutlich länger halten als Baumarktware.
Wer führt Weishäupl in Österreich?
Der Verkauf läuft über autorisierte Fachhändler, in Österreich unter anderem über Wohndesign Maierhofer. Die Herstellerseite nennt keine Preise, die gibt es erst beim Händler.
Lohnt sich der Kauf gebraucht?
Bei Schirmen oft ja: Ein gebrauchtes Klassiker-Gestell plus neue Originalbespannung liegt spürbar unter dem Neupreis, und das Gestell ist der langlebige Teil. Auf Plattformen für gebrauchte Designmöbel stehen regelmäßig mehrere Dutzend Weishäupl-Angebote.

