Solpuri Gartenmöbel: was die Preise rechtfertigt

9.499 Euro für einen Gartentisch. Das ist der Preis des TIMBER Dining Tisch bei einem deutschen Fachhändler, und im selben Sortiment steht ein Stapelsessel für 284 Euro. Faktor 33 innerhalb einer Marke ist ungewöhnlich, und die Spanne erklärt, warum die Frage „Was kostet Solpuri?“ ohne Modellnamen nicht zu beantworten ist.

Wer hinter Solpuri steht

Die solpuri GmbH sitzt in der Gildestraße 11 in 32657 Lemgo, eingetragen beim Amtsgericht Lemgo. Das ist Ostwestfalen-Lippe, nicht München, wie zahlreiche Händlerseiten schreiben. Wer die Herkunft einer Marke bewerten will, schaut besser ins Impressum als in die Produktbeschreibung.

Entworfen wird von außen: Karsten Weigel gestaltet seit 2008 für die Marke, Klaus Nolting seit 2009, Povl Eskildsen seit 2015, dazu Hoffmann & Kahleyss und seit 2023 das Studio prieler design. Bastian Prieler, Jahrgang 1988 aus Landshut, hat vor dem Studium der Innenarchitektur eine Schreinerlehre absolviert und die Meisterprüfung mit Auszeichnung abgeschlossen. Ergänzt wird das durch ein internes Designstudio. Für eine Marke dieser Größe ist das ein bemerkenswert breites Designerfeld.

Entwurfsskizze und Aluminiumprofil eines Gartenstuhls auf dem Studiotisch

Wo der Hersteller vage bleibt

Über Material spricht Solpuri klar: „ausschließlich hochwertigste Legierungen“ für Edelstahl und Aluminium, komplexe Gussteile, dickwandige Konstruktionselemente, abschließendes Hand-Finishing. Beim Holz sind die Lieferanten nach Angaben des Unternehmens vom Deutschen TÜV für fairen Handel zertifiziert, alle Materialien seien schadstoffarm und recyclebar.

Zwei Angaben fehlen dagegen auf der Unternehmensseite, und es sind ausgerechnet die beiden, die bei einem 9.000-Euro-Tisch zählen: Es steht dort nirgends, wo produziert wird, und es steht dort keine Garantie über die gesetzliche Gewährleistung hinaus. Händlerseiten schreiben gern von „Entwicklung und Fertigung in Deutschland“ – der Hersteller selbst formuliert das nicht so. Fragen Sie im Fachhandel beides nach, bevor Sie bestellen, und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben.

Dickwandig ist übrigens keine Marketingvokabel, sondern spürbar: Ein Stapelsessel mit kräftigem Alu-Profil wackelt nicht, wenn sich jemand nach hinten lehnt, und verzieht sich nach ein paar Jahren nicht. Der Preis dafür ist Gewicht, was beim Stapeln und Wegräumen zum Thema wird.

Die Kollektionen und was sie kosten

Solpuri arbeitet mit über zwanzig Kollektionsnamen. Ein Querschnitt beim Fachhändler:

Kollektion Möbelstück Preis
SOUL Stapelsessel 284 €
PIA Stapelsessel 351 €
JOOY Stapelsessel 408 €
JAZZ Stapelsessel 474 €
CLASSIC Dining Tisch, Aluminium ab 550 €
VERA Stapelsessel 569 €
MILANO BISTRO Klapptisch ab 693 €
TUULIP Tisch 759 €
CLUB Dining Sessel 949 €
CHILL Dining Sessel 1.424 €
CLASSIC Ausziehtisch, Edelstahl 2.089 €
CHILL Sonnenliege 3.609 €
CHILL Lounge Sofa XL 4.274 €
ROCK Dining Tisch 9.024 €
TIMBER Dining Tisch 9.499 €

Preise Stand August 2026 bei einem Fachhändler, der 5 Prozent Rabatt auf die Liste gewährt – die Listenpreise liegen also etwas höher. Auffällig ist die Struktur: Der Einstieg läuft komplett über stapelbare Aluminiumsessel zwischen 284 und 570 Euro, die Spitze über Tische. Wer eine Vierer-Essgruppe plant, kommt mit SOUL-Sesseln und einem CLASSIC-Alutisch auf rund 1.690 Euro, mit CHILL-Sesseln und einem TIMBER-Tisch auf über 15.000.

Gestapelte Aluminium-Gartenstühle auf einer überdachten Terrasse im Winter

Fünf Stapelsessel, 285 Euro Unterschied

Der Einstieg in die Marke läuft über stapelbare Aluminiumsessel, und davon gibt es gleich fünf nebeneinander: SOUL für 284 Euro, PIA für 351, JOOY für 408, JAZZ für 474 und VERA für 569 Euro. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten liegen 285 Euro, also der Preis eines kompletten weiteren Sessels.

Der Unterschied liegt nicht in der Haltbarkeit, sondern in Formsprache, Sitzfläche und Rückenausformung. Wer vier Sessel braucht, sollte das durchrechnen: Vier SOUL kosten 1.136 Euro, vier VERA 2.276 Euro. Bei gleichem Material und gleicher Bauweise ist das eine reine Gestaltungsentscheidung, und die trifft man besser vor einem echten Stuhl als vor einem Produktfoto.

Praktisch relevant ist die Stapelbarkeit selbst. Vier gestapelte Sessel brauchen die Grundfläche von einem und verschwinden im Winter in einer Ecke des Geräteschuppens. Wer stattdessen Lounge-Module wählt, plant Abdeckhauben oder einen Lagerplatz gleich mit ein – und bei dickwandigem Aluminium ist das kein Möbel, das man mal eben allein umstellt.

Wo Solpuri stark ist – und wo nicht

Die Stapelsessel sind das überzeugendste Angebot der Marke. 284 Euro für einen dickwandigen Alusessel mit Designanspruch sind kein Schnäppchen, aber im Vergleich zu dem, was Möbelhäuser in dieser Optik verlangen, angemessen. Stapelbar heißt außerdem: Der Sessel verschwindet im Winter in einer Ecke, statt eine Abdeckhaube zu brauchen.

Schwieriger wird es bei den Tischen im oberen Segment. Ein Esstisch für 9.024 oder 9.499 Euro ist eine Entscheidung, die sich nicht mehr über Materialqualität begründen lässt, sondern über Gestaltung – und dann sollte man ihn gesehen haben. Der Unterschied zu einer Händler-Hausmarke wie Manifesto ist an dieser Stelle keine Frage der Haltbarkeit mehr.

Und ein Punkt, der bei Design-Marken gern untergeht: Ersatzteile. Bei Karasek in Wien gehört langfristige Verfügbarkeit zum Angebot, bei Solpuri ist dazu öffentlich nichts zu finden. Bei einem Möbel, das zwei Jahrzehnte stehen soll, ist das eine relevante Lücke.

Wo Sie Solpuri in Österreich bekommen

Der Vertrieb läuft über den Fachhandel. In Österreich führt unter anderem Moebel-Garten die Marke, das Händlernetz ist aber deutlich dünner als in Deutschland. Wer in Wien, Graz oder Salzburg probesitzen will, ruft besser vorher an und fragt konkret nach den Kollektionen, die infrage kommen.

Massivholz-Gartentisch mit schmalem Metallgestell in der Abenddämmerung

Für wen sich Solpuri rechnet

Für Terrassen mit klarer, reduzierter Architektur, bei denen das Möbel zur Fassade passen soll. Solpuri baut keine gemütlichen Möbel, sondern strenge – wer Geflecht und weiche Formen sucht, findet bei Polyrattanmöbeln das passendere Angebot.

Realistisch ist der Einstieg über die Stapelsessel plus einen Alutisch. Die vierstelligen Lounge-Elemente und die fünfstelligen Tischgruppen sind eine andere Kategorie von Entscheidung, und für die reicht ein Katalogbild nicht.

Häufige Fragen zu Solpuri

Woher kommt Solpuri?

Die solpuri GmbH hat ihren Sitz in Lemgo in Ostwestfalen-Lippe. Entworfen wird von deutschen und dänischen Designbüros. Wo produziert wird, gibt das Unternehmen auf seiner Website nicht an.

Was kosten Solpuri Gartenmöbel?

Stapelsessel beginnen bei rund 284 Euro, Dining-Sessel liegen zwischen 474 und 1.424 Euro. Alutische starten bei etwa 550 Euro, ein Edelstahl-Ausziehtisch kostet 2.089 Euro, die Massivholztische der Spitzenserien 9.024 beziehungsweise 9.499 Euro.

Welche Garantie gibt Solpuri?

Öffentlich weist der Hersteller keine Garantie über die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren hinaus aus. Klären Sie das vor dem Kauf mit dem Fachhändler.

Können Solpuri Möbel draußen überwintern?

Die Gestelle aus Edelstahl und Aluminium sind dafür ausgelegt. Kissen und Auflagen gehören trocken gelagert, Holzteile brauchen die übliche Pflege. Was sonst noch vor dem Winter ansteht, ordnet der Beitrag zur Terrassenplanung im Winter ein.

Wer führt Solpuri in Österreich?

Der Verkauf läuft über autorisierte Fachhändler, in Österreich unter anderem über Moebel-Garten. Ein Anruf vorab spart den vergeblichen Weg, weil kaum ein Händler alle Kollektionen ausstellt.