26.063 Euro. So viel kostet eine Salina-Sitzgruppe bei einem deutschen Fachhändler, und es ist nicht einmal die größere der beiden. Im selben Sortiment steht ein stapelbarer Gartenstuhl für 731 Euro. Gloster spielt in einer Liga, in der die meisten Terrassen nicht mitspielen – interessant ist die Marke trotzdem, weil sie eine Frage beantwortet, die viele Teakkäufer umtreibt.
Von Westafrika nach Java
Die Wurzeln des Unternehmens reichen nach eigener Darstellung bis 1960 nach Westafrika zurück. Der entscheidende Umzug kam später: „By the late 1980’s, increased demand and access to plantation grown teak led us to move our factory to Indonesia.“ Seither ist Java der Hauptproduktionsstandort, die Marke selbst ist britisch geprägt und tritt im deutschsprachigen Raum über die Gloster Furniture GmbH auf.
Bemerkenswert an diesem Satz ist die Begründung. Die Fabrik zog nicht wegen niedriger Löhne um, sondern wegen des Zugangs zu Plantagenholz – also aus einem Grund, der beim Teakkauf die zentrale Rolle spielt.

Was Gloster über sein Teak sagt – und was nicht
Die Sorge, mit einem Teakmöbel Regenwald auf der Terrasse stehen zu haben, ist der häufigste Einwand gegen dieses Holz. Gloster antwortet darauf mit zwei Aussagen: Ein Teakbaum des Unternehmens habe einen Lebenszyklus von mindestens 50 Jahren, und „our wood can always be traced back to its origin“.
Fünfzig Jahre Standzeit ist der springende Punkt. Teak aus schnell durchgezogenen Plantagen hat schmale Jahresringe, weniger Kernholz und deutlich weniger von dem Eigenöl, das die Haltbarkeit ausmacht. Ein halbes Jahrhundert bis zum Schlag ist das andere Ende dieser Skala. Warum genau dieses Öl den Unterschied macht, erklärt der Beitrag über Gartenmöbel aus Teakholz.
Was auf der Materialseite allerdings fehlt, ist ein Zertifikatsname. Kein FSC, kein PEFC, keine Angabe zur Plantagenverwaltung. Rückverfolgbarkeit ohne unabhängige Prüfstelle ist eine Selbstauskunft. Wenn Ihnen die Holzherkunft wichtig genug ist, um fünfstellig zu investieren, verlangen Sie den Nachweis beim Händler.
Was Gloster kostet
| Kollektion | Möbelstück | Preis |
|---|---|---|
| 180 | Gartenstuhl, stapelbar | 731,50 € |
| Saranac | Fußhocker | 1.377,50 € |
| Grid | Konsolentisch Large | 2.188,20 € |
| Sway | Sonnenliege | 2.764,50 € |
| Deck | Couchtisch | 2.797,75 € |
| Lima | Lounge-Mittelmodul | 3.372,50 € |
| Grid | Endmodul mit Keramikablage | 4.825,10 € |
| Salina | Lounge-Eckmodul | 5.267,75 € |
| Saranac | Lounger | 5.462,50 € |
| Zenith | 2-Sitzer-Sofa | 5.690,50 € |
| Saranac | 3-Sitzer-Sofa | 6.393,50 € |
| Deck | Sitzmodul, 261 cm | 11.447,50 € |
| Salina | Setting 1 | 26.063,25 € |
| Salina | Setting 2 | 29.369,25 € |
Preise Stand August 2026 bei einem Fachhändler, der 5 Prozent auf die Liste nachlässt. Der stapelbare Gartenstuhl 180 ist das mit Abstand zugänglichste Stück – und ausgerechnet er zeigt, wo die Marke herkommt: ein Klassiker, der stapelt, statt eine Lounge-Landschaft zu bilden.
Die gestaffelte Garantie verrät die Schwachstellen
Gloster staffelt seine Garantie nach Material, und diese Staffelung ist aufschlussreicher als jeder Werbetext:
- Fünf Jahre auf Teak, Aluminium, Edelstahl und Pulverbeschichtung.
- Zwei Jahre auf Korbgeflecht, Outdoor-Leder, Outdoor-Rope, Synthetic Stone, Naturstein, Keramik, Glas und Solar-LED.
- Zwei Jahre auf Kissen, Dekokissen, Slings und Möbelbezüge.
- Ein Jahr auf Rollen und Fußkappen.
- Für Produkte, die älter als fünf Jahre sind, werden grundsätzlich keine Ansprüche mehr angenommen.
Übersetzt heißt das: Das Gestell hält, die Bespannung ist Verschleiß. Wer ein Rope-Möbel für 5.000 Euro kauft, bekommt ein Fünfjahresgestell mit einer Zweijahresbespannung. Das ist nicht unfair, sondern realistisch – aber man sollte es wissen, bevor man sich für Rope statt für massives Teak entscheidet.
Zwei Ausschlüsse betreffen speziell Holzkäufer: Kleine Risse in der Stirnfläche und jede Veränderung des Aussehens durch Verwitterung gelten ausdrücklich als „entirely natural“ und damit nicht als Mangel. Wer ein Teakmöbel reklamieren will, weil es grau wird, kommt damit nicht durch.
Vergrauen lassen oder ölen?
Gloster gibt hier eine klare Empfehlung, und sie widerspricht dem, was viele Baumärkte verkaufen. Unbehandeltes Teak wird mit der Zeit „a soft, silver-grey“, weil die Pigmente in der Oberflächenschicht ausbleichen. Das Unternehmen empfiehlt ausdrücklich, dieses Vergrauen zuzulassen und die Möbel lediglich ein- bis zweimal jährlich gründlich zu reinigen.
Drei Punkte aus der Pflegeanleitung, die für jedes Teakmöbel gelten, nicht nur für dieses:
- Niemals Hochdruckreiniger. Der Strahl trägt die Oberfläche ab, wörtlich: „this will erode the surface“.
- Flecken vorbeugen statt entfernen. Kaffee, Ketchup, Rotwein und Olivenöl ziehen in unbehandeltes Teak ein. Dagegen hilft ein Imprägnierer, nachträglich hilft wenig.
- Beim Einlagern nicht ins Warme. Ein wasserdichter Schuppen oder eine Garage ist richtig, ein beheizter Raum falsch – der Feuchtigkeitssprung reißt das Holz.
Für wen sich Gloster rechnet
Für sehr wenige. Ein Lounge-Setting zum Preis eines Kleinwagens ist eine Entscheidung, die über den Garten hinausgeht, und für die typische österreichische Terrasse liefern Marken im mittleren Segment ein besseres Verhältnis. Eine belgische Marke wie Jati & Kebon gibt fünf Jahre auf ihr gesamtes Sortiment, nicht nur auf die Gestelle, und liegt preislich um ein Vielfaches darunter.
Was Gloster aber liefert, ist eine belastbare Antwort auf die Teakfrage. Fünfzig Jahre Standzeit und ein Unternehmen, das die eigene Fabrik am Herkunftsort des Holzes betreibt, sind ein anderes Kaliber als „Teak“ auf einem Preisschild ohne weitere Angabe. Wer Massivholz will und den Aufpreis stemmen kann, kauft hier keine Optik, sondern Material. Wer dagegen pflegeleicht sucht, ist bei pulverbeschichtetem Aluminium wie bei Karasek deutlich entspannter unterwegs.
Häufige Fragen zu Gloster
Woher kommt Gloster?
Die Wurzeln reichen nach Unternehmensangaben bis 1960 nach Westafrika zurück. Ende der 1980er verlegte Gloster die Fertigung nach Indonesien, weil dort Plantagen-Teak verfügbar war. Java ist bis heute der Hauptproduktionsstandort.
Ist das Teak von Gloster nachhaltig?
Das Unternehmen gibt an, sein Holz sei bis zum Ursprung rückverfolgbar, und nennt eine Standzeit von mindestens 50 Jahren pro Baum. Ein unabhängiges Zertifikat wie FSC oder PEFC führt die Materialseite allerdings nicht auf. Beim Händler nachfragen.
Was kosten Gloster Gartenmöbel?
Der stapelbare Gartenstuhl 180 liegt bei rund 731 Euro, Lounge-Module zwischen 3.400 und 5.300 Euro, Sofas ab etwa 5.700 Euro. Komplette Salina-Settings kosten 26.000 bis 29.400 Euro.
Welche Garantie gibt Gloster?
Fünf Jahre auf Teak, Aluminium, Edelstahl und Pulverbeschichtung, zwei Jahre auf Geflecht, Rope, Stein, Keramik, Glas und alle Textilien, ein Jahr auf Rollen und Fußkappen. Nach fünf Jahren werden keine Ansprüche mehr angenommen.
Muss man Gloster Teak ölen?
Nein. Der Hersteller empfiehlt ausdrücklich, das Holz natürlich vergrauen zu lassen und ein- bis zweimal jährlich gründlich zu reinigen. Ein Hochdruckreiniger ist tabu, er trägt die Oberfläche ab.

